Diastolische Herzschwäche: Echtzeit-MRT unter Belastung als Alternative zum Herzkatheter

Diastolische Herzschwäche: Echtzeit-MRT unter Belastung als Alternative zum Herzkatheter
Ein Echtzeit-MRT kann Aufnahmen des Herzens bei Belastung machen (©Matthias Seehase, UMG)

Ein MRT-taugliches Fahrrad-Ergometer macht's möglich: Die diastolische Herzschwäche kann mittels Echtzeit-MRT zuverlässig erkannt werden. Das zeigt eine Studie des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) am Standort Göttingen.

  • Datum:
    05.02.2021
  • Autor:
    C. Vollgraf (mh/ktg)
  • Quelle:
    Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V.

Bei einer diastolischen Herzschwäche (heart failure with preserved ejecton fraction, HFpEF) bleibt die Pumpkraft des Herzens erhalten, aber die linke Herzkammer ist steif und füllt sich nicht ausreichend mit sauerstoffreichem Blut. Die PatientInnen leiden unter Atemnot, Wassereinlagerungen und sind körperlich zunehmend weniger leistungsfähig.

MRT-Messungen am Herzen unter Belastung

Dass die diastolische Herzschwäche mithilfe einer neuen, nicht-invasiven Echtzeit-MRT-Technologie präzise diagnostiziert und somit eine Herzkatheter-Untersuchung zukünftig möglicherweise vermieden werden kann, zeigen WissenschaftlerInnen aus Göttingen. Die Methode erlaubt es, MRT-Messungen am Herzen unter Belastung durchzuführen. Denn die Patienten können bei der MRT-Untersuchung weiter atmen und müssen nicht währenddessen den Atem anhalten.

Nicht-magnetisches MRT-Ergometer

Auf der Untersuchungsliege ist eine Art Hometrainer installiert. Die Besonderheit liegt in den nicht-magnetischen Bauteilen des MRT-Ergometers. Die Patienten fahren liegend Fahrrad, dabei vermisst das MRT-Gerät ihr Herz. Die Bilder können die Ärzte während der Untersuchung auf einem Bildschirm verfolgen und so die kardiale Funktion beurteilen.

„Bei der Fahrrad-Ergometrie Echtzeit MRT handelt es sich um ein komplett neues diagnostisches Verfahren für Patienten mit diastolischer Herzschwäche. Als Nächstes planen wir eine Studie, an der sich mehrere Zentren beteiligen, um zu überprüfen, ob die Methode für die Patienten vorteilhaft ist“, so Schuster.



Zur Studie "Cardiovascular magnetic resonance real time exercise stress testing in heart failure with preserved ejection fraction (HFpEF-stress-DZHK17)" in Circulation 2021