Mikro-CT: Innenohr als Kompass für die Ausbreitung des Menschen

Mikro-CT: Innenohr als Kompass für die Ausbreitung des Menschen
Das Innenohr weist feine Formunterschiede zwischen verschiedenen Populationen auf (©Marcia Ponce de León, Christoph Zollikofer)

Das Innenohr des modernen Menschen unterscheidet sich leicht zwischen verschiedenen Populationen. Aus diesen Formunterschieden lassen sich Erkenntnisse über die globale Ausbreitung des Menschen von Afrika aus ableiten.

  • Datum:
    13.04.2018
  • Autor:
    N. Huber (mh/ktg)
  • Quelle:
    Universität Zürich

Die Morphologie des Innenohrs ist ein geeigneter Indikator für die Populationsgeschichte und Ausbreitung des Menschen, wie Paläoanthropologen der Universität Zürich zeigen konnten. Sie untersuchten die Labyrinthstrukturen in menschlichen Populationen von Süd- und Nordafrika über Europa, Asien, Australien und Amerika bis nach Patagonien. Mittels Mikro-Computertomographie konnten sie die dreidimensionalen Daten des knöchernen Labyrinths zerstörungsfrei erfassen.

Dabei zeigte sich, dass die Form des Labyrinths stark variiert: Die Variation innerhalb einer Population ist bedeutend größer als die Variation zwischen Populationen. "Dieses typisch menschliche Variationsmuster ist auch von genetischen Vergleichsdaten bekannt. Es zeigt, dass alle Menschen sehr nahe miteinander verwandt sind und ihre Wurzeln in Afrika haben", erläutert die Anthropologin Marcia Ponce de León.

Je weiter eine Population geographisch von Südafrika entfernt ist, desto mehr unterscheidet sie sich in der Form des Labyrinths von südafrikanischen Populationen. Überdies stimmen die Labyrinth-Daten mit jenen von DNA-Untersuchungen überein, die zeigen, dass die genetische Distanz mit der geographischen Distanz zu Afrika zunimmt.

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