MRT bei Herzinsuffizienz: Wem nutzt ein Defi-Implantat?

MRT bei Herzinsuffizienz: Wem nutzt ein Defi-Implantat?
Ingo Eitel, Leiter der DZHK-Studie CMR-ICD-DZHK23, untersucht, welche Herzinsuffizienz-PatientInnen vom ICD profitieren (© privat)

Eine multizentrische MRT-Studie mit 760 stark herzinsuffizienten PatientInnen soll differenzieren helfen, wer von einem ICD profitieren würde.

  • Datum:
    18.12.2020
  • Autor:
    C. Vollgraf (mh/ktg)
  • Quelle:
    Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V.

Zum Schutz vor dem plötzlichen Herztod bekommen zurzeit alle PatientInnen mit schwerer Herzinsuffizienz, bei der die Pumpleistung des Herzens hochgradig eingeschränkt ist, einen Defibrillator (ICD) implantiert. Doch der Eingriff ist riskant und häufig nicht nötig. Jährlich löst das Gerät nur bei rund fünf Prozent der PatientInnen einen lebensrettenden elektrischen Schock aus.

Eine Studie des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) überprüft nun, inwieweit eine kardiale MRT vor dem Eingriff beantworten hilft, welche Herzinsuffizienz-PatientInnen von einem ICD profitieren.

Neue Studien zeigen, dass Patienten mit einer nicht-ischämischen dilatativen Kardiomyopathie (NIDCM) mit einem ICD keinen Überlebensvorteil haben, obwohl die Pumpleistung ihres Herzens stark eingeschränkt ist. „Viele Patienten profitieren von den verbesserten Medikamenten“, sagt Professor Ingo Eitel, Direktor des Universitären Herzzentrums Lübeck und Leiter der DZHK-Studie. Das gilt jedoch nicht für alle, denn innerhalb von fünf Jahren sterben etwa 30 Prozent von ihnen an einem durch bösartige Rhythmusstörungen ausgelösten plötzlichen Herztod.

In der neuen DZHK-Studie untersuchen die ForscherInnen, ob ein vernarbtes Herz bei NIDCM-Patienten ein zusätzliches Kriterium sein könnte, um zu differenzieren, wer einen ICD benötigt. Alle PatientInnen mit NIDCM und dauerhaft stark reduzierter Pumpleistung erhalten eine MRT-Untersuchung. Die PatientInnen mit einem vernarbten Herzen werden dann in zwei Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe erhält einen ICD, die andere nicht. Parallel werden die StudienteilnehmerInnen gemäß den aktuellen Leitlinien zur Therapie der Herzinsuffizienz optimal versorgt. 760 Patienten sollen an der fünfjährigen Studie teilnehmen, die an bis zu 60 Zentren in Deutschland geplant ist.

Titel der Studie: Cardiac Magnetic Resonance guidance of Implantable Cardioverter Defibrillator implantation in non-ischaemic dilated cardiomyopathy (CMR-ICD-DZHK23)