Pneumologen fordern Anspruch auf Lungenkrebs-Screening

Pneumologen fordern Anspruch auf Lungenkrebs-Screening
Professor Torsten Bauer: „Jeder Versicherte sollte Anspruch auf ein Lungenkrebs-Screening haben“ (privat)

Das Lungenkarzinom hat eine hohe Mortalitätsrate. Ein systematisches Früherkennungsprogramm fordert die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin.

  • Datum:
    03.08.2023
  • Autor:
    T. Brinkema (mh/ktg)
  • Quelle:
    Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V.

„Die Früherkennung eines Lungenkarzinoms durch die CT senkt die Sterberate signifikant, erste Studien weisen auf eine mögliche Reduzierung bis zu 20 Prozent hin“, sagt Torsten Bauer, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Die DGP fordert daher eine systematische Früherkennung. "Jeder Versicherte im Erwachsenenalter sollte Anspruch auf ein Lungenkrebs-Screening haben“, so Bauer.

Der Gemeinsame Bundesausschuss G-BA solle nach Ansicht der DGP schnell den Leistungsanspruch der Versicherten definieren dürfen. „Die Politik hat das Thema viel zu lange vernachlässigt“, sagt Bauer. Andere Länder mit deutlich schlechterer medizinischer Infrastruktur wie Großbritannien oder Kroatien screenen bereits seit Jahren erfolgreich.

Zielgruppe sind vor allem Raucherinnen und Raucher ab 50 Jahren, aber auch ehemalige Raucher, die lange Zeit zur Zigarette gegriffen haben. Sie gehören für die DGP zur Hochrisikogruppe. Die Überlebensrate Betroffener ist aktuell sehr niedrig, Lungentumoren werden oft zu spät erkannt und sind dann schwer zu behandeln. Würde die Lungenkrebs-Früherkennung heute starten, könnten in den nächsten fünf Jahren die ersten 30 Prozent der Risikopopulation erreicht werden, so die DGP.

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